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"Wir kennen uns ja."

Ein Satz, der leicht über die Lippen geht - doch in seiner Einfachheit eine ganz Welt von Missverständnissen trägt.






Denn was heißt es wirklich, jemanden zu kennen?


Kenntnis – die äußere Hülle


Bei einer Begegnung nehmen wir zunächst nur Kenntnis voneinander.

Man sieht ein Gesicht, hört einen Namen, weiß:

Dieser Mensch existiert. Er steht mir gegenüber.

Vielleicht tauscht man Worte aus, vielleicht lächelt man sich an.

Doch all das bedeutet noch nicht, dass wir uns kennen.

Es ist nur die Oberfläche, ein zarter Hauch von Kontakt,

ein erster Klang, bevor die Melodie beginnt.



Kennen – das Öffnen der inneren Räume


Sich kennen beginnt dort,

wo man bereit wird, die äußere Hülle zu überschreiten.


Es entsteht in kleinen, unscheinbaren Momenten:

• Wenn jemand nicht nur hört, was du sagst,

sondern versteht, was du meinst.

• Wenn deine Stille wahrgenommen wird,

nicht nur deine Worte.

• Wenn jemand bemerkt, wie du atmest,

ob dein Herz gerade schwer ist oder weit.

• Wenn der andere dich nicht verändert sehen will,

sondern erkennen möchte, wer du bist.


Echtes Kennen wächst leise.

Manchmal über Monate, manchmal über Jahre.

Es entsteht durch Mut:

den Mut, zu zeigen,

und den Mut, zu schauen – wirklich zu schauen.


Der Punkt, an dem man sich wirklich kennt


Vielleicht kommt dieser Punkt,

wenn man beim Gegenüber nicht mehr nur die Rolle erkennt –

Kollege, Bekannte, Nachbarin –,

sondern das Wesen dahinter.


Wenn jemand weiß, wie dein Lachen klingt,

aber auch, wie deine Müdigkeit aussieht.

Wenn jemand deine Stärken benennen könnte,

aber auch die Stellen sieht, an denen du zögerst.

Wenn jemand dich in deiner Dunkelheit hält,

ohne dich mit Licht zu überblenden.


Dann beginnt Kennen.

Nicht perfekt. Nicht vollständig.

Aber echt.



Reflexionsfragen für dich:

• Wo in deinem Leben hast du Menschen, die dich nicht nur sehen – sondern erkennen?

• Was bräuchte es von dir, damit jemand dich ein Stück tiefer kennenlernen darf?

• Und wem möchtest du selbst so begegnen, dass aus Kenntnis wahre Nähe werden kann?



Wenn dich diese Gedanken berühren, dann nimm dir heute einen stillen Moment und frage dich:

Wen kennst du wirklich – und wem möchtest du dich ein Stück echter zeigen?

Teile diesen Impuls gerne mit Menschen, die dir wichtig sind.

Vielleicht öffnet er genau das Gespräch, das längst geführt werden wollte.




 
 
 

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